{"id":3384,"date":"2023-08-16T19:10:00","date_gmt":"2023-08-16T17:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/autistischen-kindern-bruecken-bauen.de\/?p=3384"},"modified":"2023-08-23T10:57:34","modified_gmt":"2023-08-23T08:57:34","slug":"waldon-method-learn-learn1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/janert.info\/en\/waldon-methode-lernen-erlernen\/","title":{"rendered":"The Waldon Method I: Where 'Learning to Learn' Begins"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; custom_margin=&#8220;-24px|auto||auto||&#8220; custom_padding=&#8220;7px|||||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.21.2&#8243; text_line_height=&#8220;2em&#8220; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; custom_padding=&#8220;0px|||||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px;\">Wie k\u00f6nnen wir einem schwer erreichbaren Kind weiterhelfen, das nichts interessant findet und nichts anderes tut und tun will als hin- und herlaufen, h\u00fcpfen, herumliegen, Sachen sch\u00fctteln, schmei\u00dfen, schreien oder bei\u00dfen?<\/span><strong style=\"font-size: 14px;\"><\/strong><\/p>\n<p>Hier greife ich h\u00e4ufig auf die Waldon Methode zur\u00fcck, die uns in Theorie und Praxis einen Weg aufzeigt, um solche Kinder zu unterst\u00fctzen, die in ihrer kognitiven und allgemeinen Entwicklung festgefahren sind, und wenn sonst nichts zu funktionieren scheint.<\/p>\n<p><strong style=\"font-size: 14px;\"><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><strong>Die Waldon Methode <\/strong>basiert auf einem System von Ideen und Spielaktivit\u00e4ten um Kindern mit zu helfen \u2018lernen zu lernen\u2019, und zwar durch das Aufbauen ihres &#8218;allgemeinen Verstehens&#8216; als der Grundlage von allem weiteren Lernen. Sie <\/span> basiert auf den Beobachtungen des englischen Kinderneurologen Dr. Geoffrey Waldon, der im fehlenden Verstehen des Kindes die Hauptursache von vielen Lern- und Verhaltensproblemen sah. Denn f\u00fcr alle weiteren kognitiven F\u00e4higkeiten, einschlie\u00dflich Sprachverst\u00e4ndnis und Sprechen lernen, ist Verstehen die notwendige Grundlage: wer Verstehen nicht versteht, versteht auch nicht, wie Lernen geht und wozu es gut sein k\u00f6nnte, kann also nicht lernen und stagniert in seiner kognitiven Entwicklung.<\/p>\n<p>Aber Verstehen zu verstehen ist gar nicht so einfach. H\u00e4ufig wird unter \u201averstehen\u2018 automatisch das Verstehen von verbaler Sprache verstanden und viele Erwachsene gehen (bevor sie genauer dar\u00fcber nachgedacht haben) davon aus, da\u00df jeder Mensch mit der F\u00e4higkeit verbale Sprache zu verstehen geboren wird. Und so reden sie auf das Kind ein, erkl\u00e4ren, ermahnen, rufen es beim Namen, reden w\u00e4hrend sie dem Kind etwas zeigen, \u2026 und wundern sich, da\u00df das Kind nicht so reagiert wie erwartet, wenig oder keine Fortschritte macht oder sogar mehr unerwartete Verhaltensweisen zeigt, mit denen schwierig umzugehen ist.<\/p>\n<p>Denn viele gerade der Kinder, die uns so schwer erreichbar erscheinen, verstehen nicht nur (noch) keine verbale Sprache (auch wenn sie einzelne Worte sagen oder darauf reagieren k\u00f6nnen), sondern f\u00fchlen sich h\u00e4ufig von gutgemeinten Erkl\u00e4rungen, verbalen Anweisungen und Fragen \u00fcberfordert, oft sogar \u00fcberw\u00e4ltigt, und best\u00e4tigt in ihrem Gef\u00fchl, unzul\u00e4nglich zu sein und nichts zu verstehen. Und so h\u00f6ren sie noch weniger hin, sind noch weniger interessiert, widmen sich noch mehr ihren eigenen, meist sensorischen, Lieblingsaktivit\u00e4ten oder f\u00fcr uns oft schwierigen Verhaltensweisen. Ein Teufelskreis.<\/p>\n<p>Waldon sieht Lernschwierigkeiten als Folge eines mangelnden &#8222;allgemeinen Verstehens&#8220; und stellt in Frage, dass die \u00fcbliche p\u00e4dagogische Praxis das Lernen der Lernenden hemmt, weil sie den Schwerpunkt auf Anweisungen und die Zustimmung des unterrichtenden Erwachsenen legt. Das erzeugt \u00c4ngste und andere schwierige Gef\u00fchle, wie z. B. die Angewohnheit, ohne Verst\u00e4ndnis und emotionales Engagement die Aufgaben zu erf\u00fcllen, um sie mit minimalem Aufwand &#8222;hinter sich zu bringen&#8220;.<\/p>\n<p>Stattdessen zielen die Aktivit\u00e4ten und Materialien, die in den Waldon-Stunden verwendet werden, darauf ab, angenehme, selbstmotivierende Aktivit\u00e4ten zu schaffen, die um ihrer selbst willen und aus Freude am &#8222;Tun&#8220; durchgef\u00fchrt werden, d. h. nicht, um gelobt zu werden oder um die Erwartungen eines p\u00e4dagogischen Erwachsenen zu erf\u00fcllen. Gerade wenn unerwartete Dinge passieren (auch bekannt als sogenannte &#8222;Fehler&#8220;!), werden neue Erkenntnisse gewonnen und findet wirkliches Lernen statt. Indem wir die Lernenden angemessen anleiten und ihnen flexible Spielmaterialien zur Verf\u00fcgung stellen, helfen wir ihnen, ihr Grundverst\u00e4ndnis zu entwickeln und ihr r\u00e4umliches Vorstellungsverm\u00f6gen zu schulen, indem sie die \u00c4hnlichkeiten, Unterschiede, Regelm\u00e4\u00dfigkeiten und Muster der Welt erforschen und entdecken, d. h. sie lernen, wie man lernt.<\/p>\n<p><strong>Verstehen verstehen<\/strong><\/p>\n<p>Geoffrey Waldon beschreibt zwei sich erg\u00e4nzende Arten von Verstehen:<\/p>\n<p><strong style=\"font-size: 16px;\">1. Das &#8222;allgemeine Verstehen&#8220;,<\/strong><span style=\"font-size: 16px;\"> das universelle Verst\u00e4ndnis der Welt und wie sie und unser K\u00f6rper\u00a0 funktionieren, ist in allen L\u00e4ndern, Klimazonen und Kulturen \u00fcberall auf dieser Welt \u00e4hnlich und ist f\u00fcr alle Menschen grundlegend. Allgemeines Verstehen kann man nicht beibringen, sondern das Kind erwirbt es beim Spielen und Erforschen der Umwelt, d.h. bevor es Regeln oder &#8222;richtig und falsch&#8220; gibt, und legt die Grundlage f\u00fcr die Sprachentwicklung und Symbolspiel.<\/span><\/p>\n<p><strong style=\"font-size: 16px;\"><\/strong><\/p>\n<p><strong style=\"font-size: 16px;\">2. Das &#8222;kulturelle Verstehen&#8220;<\/strong><span style=\"font-size: 16px;\"> kommt sp\u00e4ter, wird durch die spezifischen \u00e4u\u00dferen Anforderungen der Familie und ihrer Kultur geformt und ist so unterschiedlich wie alle Sprachen der Welt. Es unterscheidet sich je nach Land oder Region, je nach sozialer Schicht innerhalb der Region und je nach Familienform und -geschichte, einschlie\u00dflich des Geschlechts des Kindes. Es dient dazu, das Kind darauf vorzubereiten, sich in die Gesellschaft, in der es aufw\u00e4chst, einzuf\u00fcgen. Es wird dem Kind von den Menschen um es herum beigebracht, die es anleiten und unterst\u00fctzen, denn um seinen Platz in der Gesellschaft einzunehmen, muss ein Kind die besonderen kulturellen Normen dieser Gesellschaft lernen. Aber ohne eine solide Grundlage im &#8222;allgemeinen Verstehen&#8220; kann es sich nicht entwickeln. http:\/\/www.waldonassociation.org.uk\/<\/span><\/p>\n<p>Eines der besonderen Merkmale der Waldon Methode ist daher, dass sie ohne verbale Anweisungen stattfindet. Die sich hieraus ergebende Art der non-verbalen Kommunikation wird von beiden Spielpartnern, nach anf\u00e4nglicher Irritation, meistens als gro\u00dfe Erleichterung erlebt. Denn Verstehen entsteht durch Explorieren und Kinder lernen anfangs nur durch eigene Bewegungen und eigene multi-sensorische Erfahrungen anhand ihrer eigenen H\u00e4nde und aller Sinne, und nicht durch Erkl\u00e4rungen oder verbale Anweisungen. Ohne dieses fundamentale Verstehen des eigenen K\u00f6rpers und der Welt der Gegenst\u00e4nde von \u2018so geht das\u2019 und \u201aso f\u00fchlt sich das an\u2018 k\u00f6nnen sich sinnvolles Lernen und Sprechen nicht entwickeln.<span style=\"font-size: 16px;\"><\/span><\/p>\n<p><em>Mit Dank f\u00fcr manche Textpassagen an Terry Buchan\/ Waldon Association<\/em><\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n<span class=\"et_bloom_bottom_trigger\"><\/span>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie k\u00f6nnen wir einem schwer erreichbaren Kind weiterhelfen, das nichts interessant findet und nichts anderes tut und tun will als hin- und herlaufen, h\u00fcpfen, herumliegen, Sachen sch\u00fctteln, schmei\u00dfen, schreien oder bei\u00dfen? 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Ein Teufelskreis.<\/p>\n<p>Waldon sieht Lernschwierigkeiten als Folge eines mangelnden \"allgemeinen Verstehens\" und stellt in Frage, dass die \u00fcbliche p\u00e4dagogische Praxis das Lernen der Lernenden hemmt, weil sie den Schwerpunkt auf Anweisungen und die Zustimmung des unterrichtenden Erwachsenen legt. Das erzeugt \u00c4ngste und andere schwierige Gef\u00fchle, wie z. B. die Angewohnheit, ohne Verst\u00e4ndnis und emotionales Engagement die Aufgaben zu erf\u00fcllen, um sie mit minimalem Aufwand \"hinter sich zu bringen\".<\/p>\n<p>Stattdessen zielen die Aktivit\u00e4ten und Materialien, die in den Waldon-Stunden verwendet werden, darauf ab, angenehme, selbstmotivierende Aktivit\u00e4ten zu schaffen, die um ihrer selbst willen und aus Freude am \"Tun\" durchgef\u00fchrt werden, d. h. nicht, um gelobt zu werden oder um die Erwartungen eines p\u00e4dagogischen Erwachsenen zu erf\u00fcllen. Gerade wenn unerwartete Dinge passieren (auch bekannt als sogenannte \"Fehler\"!), werden neue Erkenntnisse gewonnen und findet wirkliches Lernen statt. Indem wir die Lernenden angemessen anleiten und ihnen flexible Spielmaterialien zur Verf\u00fcgung stellen, helfen wir ihnen, ihr Grundverst\u00e4ndnis zu entwickeln und ihr r\u00e4umliches Vorstellungsverm\u00f6gen zu schulen, indem sie die \u00c4hnlichkeiten, Unterschiede, Regelm\u00e4\u00dfigkeiten und Muster der Welt erforschen und entdecken, d. h. sie lernen, wie man lernt.<\/p>\n<p><strong>Verstehen verstehen<\/strong><\/p>\n<p>Geoffrey Waldon beschreibt zwei sich erg\u00e4nzende Arten von Verstehen:<\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-size: 16px;\"><strong>Das \"allgemeine Verstehen\",<\/strong> das universelle Verst\u00e4ndnis der Welt und wie sie und unser K\u00f6rper\u00a0 funktionieren, ist in allen L\u00e4ndern, Klimazonen und Kulturen \u00fcberall auf dieser Welt \u00e4hnlich und ist f\u00fcr alle Menschen grundlegend. Allgemeines Verstehen kann man nicht beibringen, sondern das Kind erwirbt es beim Spielen und Erforschen der Umwelt, d.h. bevor es Regeln oder \"richtig und falsch\" gibt, und legt die Grundlage f\u00fcr die Sprachentwicklung und Symbolspiel.<\/span><span style=\"font-size: 16px;\"><\/span><\/li>\n<li><strong>Das \"kulturelle Verstehen\"<\/strong> kommt sp\u00e4ter, wird durch die spezifischen \u00e4u\u00dferen Anforderungen der Familie und ihrer Kultur geformt und ist so unterschiedlich wie alle Sprachen der Welt. Es unterscheidet sich je nach Land oder Region, je nach sozialer Schicht innerhalb der Region und je nach Familienform und -geschichte, einschlie\u00dflich des Geschlechts des Kindes. Es dient dazu, das Kind darauf vorzubereiten, sich in die Gesellschaft, in der es aufw\u00e4chst, einzuf\u00fcgen. Es wird dem Kind von den Menschen um es herum beigebracht, die es anleiten und unterst\u00fctzen, denn um seinen Platz in der Gesellschaft einzunehmen, muss ein Kind die besonderen kulturellen Normen dieser Gesellschaft lernen. Aber ohne eine solide Grundlage im \"allgemeinen Verstehen\" kann es sich nicht entwickeln. http:\/\/www.waldonassociation.org.uk\/<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eines der besonderen Merkmale der Waldon Methode ist daher, dass sie ohne verbale Anweisungen stattfindet. Die sich hieraus ergebende Art der non-verbalen Kommunikation wird von beiden Spielpartnern, nach anf\u00e4nglicher Irritation, meistens als gro\u00dfe Erleichterung erlebt. Denn Verstehen entsteht durch Explorieren und Kinder lernen anfangs nur durch eigene Bewegungen und eigene multi-sensorische Erfahrungen anhand ihrer eigenen H\u00e4nde und aller Sinne, und nicht durch Erkl\u00e4rungen oder verbale Anweisungen. 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