Was sind die Hauptmerkmale, die eine Floortimehaltung von anderen Vorgehensweisen unterscheiden? Wie in anderen Ansätzen auch beginnt der Floortimer damit, das Kind zu beobachten und sein individuelles senso-motorisches Profil einzuschätzen. Dabei richtet sich sein Fokus vor allem auf die Stärken, Interessen und Vorlieben des Kindes, d.h. wie das Kind sich selbst und seine Welt sieht und erlebt?

Hier setzt der Floortimer an, indem er versucht sich in das Kind einzufühlen und so auf es einzugehen, dass es sich von einem interessierten Mitmenschen verstanden und durch Co-Regulation begleitet fühlt: das weckt das Interesse des Kindes an seinem Gegenüber. ‚Denn es gibt kein besseres Gefühl als sich verstanden zu fühlen‘ (Stanley Greenspan). Für den Floortimer liegt der Fokus NICHT auf dem, was das Kind nicht kann oder können sollte. Das behält der Floortimer zwar im Auge und Hinterkopf. Er macht sich auch nicht zum Clown oder versucht die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich selber zu lenken, oder ‚Blickkontakt oder Worte zu kriegen‘.

Denn der Floortimer sieht sich nicht als Hauptdarsteller, sondern als eine Art Bühnenpersonal, dessen Aufgabe es ist, dieses Kind so zu unterstützen, dass es sich auf der Bühne des Lebens als kompetenter Hauptdarsteller fühlen und in seiner individuellen Rolle als Mensch glänzen kann. Für die Interaktion mit ‚Frühen‘ Kindern, die sich der Welt noch kaum zugewandt haben, hat mein höchstgeschätzter Kollege Dr. Rick Solomon eine hilfreiche Liste ‚interaktiver Requisiten‘ zusammengestellt:

Interaktions-Checkliste FEDC 1-3 von Dr. R. Solomon/ PLAY-Project

(FEDC = Funktionale Emotionale Entwicklungskapazitäten)/ Übersetzung Sibylle Janert, 4.6.2021

FEDC 1: Selbst-Regulation und geteilte Aufmerksamkeit

  • Wie ist deine Positionierung? Bist du beim Kind (‚being with‘) und in seiner Nähe, oder auf dem Boden oder ihm zugewandt oder folgst du ihm durch den Raum?
  • Achtest du auf die Aufmerksamkeit des Kindes? Wo schaut es hin? Worauf richtet sich seine Aufmerksamkeit?
  • Achtest du auf die wahre Absicht des Kindes? Was ist seine Intention? Was interessiert es gerade?
  • Kannst du die subtilen Hinweise des Kindes interpretieren, um zu verstehen, was es will? „Liest“ du es richtig?
  • Wenn das Kind seine Intention/Absicht/Idee zeigt, reagierst du unterstützend und ermutigst du das Kind, zu tun, was es will, d.h. seine Idee? Kannst du das Kind akzeptieren, wie es gerade ist?
  • Wessen Spielidee ist das? Deine oder die des Kindes?
  • Verwendest du die „Kaninchenloch-Techniken“?
  • Kannst du ‚Kommunikationskreise‘ definieren? Was bedeutet es, einen Kreis zu „öffnen“? Einen Kreis schließen? Weißt du, wie man Kreise zählt?
  • Habt ihr Spaß miteinander?

FEDC 2: Zugewandtheit

  • Spielst du auf dem richtigen Niveau? Zu hoch (Kind versteht es nicht)? Zu niedrig (das Kind macht nicht mit)?
  • Kannst du das Kind einbeziehen, indem du seiner Führung folgst?
  • Bist du enthusiastisch, animiert, albern, lustig? Mit Stimme, Gesten, Handlungen, so daß es Spaß macht?
  • Bist du im richtigen Sinnesmodus, um das Kind einzubeziehen und auf es einzugehen? Vielleicht musst du ihn ändern (d. h. visuell absorbierende Aktivitäten vermeiden), um ein besseres Engagement zu erzielen.
  • Bringst du 3-4 Kommunikationskreise in Gang? Weißt du, wie man Kommunikationskreise zählt?
  • Wie lange kannst du das Engagement aufrecht erhalten, indem du dramatisch, albern, lustig und einfühlsam für seine Interessen bist (schwitzt du schon?)?
  • Habt ihr Spaß miteinander?

FEDC 3: Hin- und Her-Kommunikation

  • Verlangsamst du dein Tempo und wartest du lange genug, um Reaktionen vom Kind zu erhalten?
  • Kannst du 6-10 Kommunikationskreise in Gang halten?
  • Denkst du beim Spielen ‚in Kreisen‘ und strebst du längere Interaktionsketten an?
  • Wer öffnet den ersten Kreis? Wartest du darauf, dass das Kind anfängt und die Intiative ergreift?
  • Verwendest du „Thema und Variation“, um in deinem Spiel erfinderisch zu sein?
  • Verbindest du Wörter mit Routinen und lustigen Ereignissen? Versteht das Kind Routinen, wenn du dich darauf beziehst? Reagiert es auf seinen Namen?
  • Siehst du schon Nachahmungen?
  • Irgendwelche Wortgesten? Wie für „mehr“, auf Wiedersehen zu winken, etwas zeigen?
  • Habt ihr immer noch noch Spaß miteinander?

 Kaninchenloch-Techniken (für FEDC 1/2):

  1. Da sein (‚being with‘), d.h. mit der ganzen Aufmerksamkeit auf dem Kind sein und erwartungsvoll abwarten
  2. Absicht/ Intention ‚erzählen‘/ beschreiben
  3. Parallelspiel/Imitieren
  4. Hilf dem Kind, SEINE Absichten zu erfüllen
  5. Erweitern, d.h.

Thema & Variation (für FEDC 2/3):

Tür öffnen und schließen. Öffne und schließe die Tür mit einem Lied. Steck deine Hand in die Tür und schließ sie (sanft) und sag „Autsch“. Halte die Tür zu, bis sich das Kind beschwert. Spiel Guckuck auf der anderen Seite der Tür. Verwende eine Puppe/ Teddy, um Guckcuk zu spielen. Lass den Puppenkopf in der Tür klemmen und weine. Stoß deinen Kopf an der Tür und fall tot um. Bau freudige

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